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Zweig und Ben Huebsch
Zweig mit seinem nordamerikanischen Verleger Ben Huebsch (Viking Press). Das Bild wurde uns freundlicherweise von dem Germanisten und Zweig-Spezialisten Jeffrey B. Berlin (Holy Family Universitiy) zugeschickt.
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Vortragsreihe Gründerjahre im Stefan Zweig Centre
Musiker, Schriftsteller, Schauspieler und Wissenschaftler aus Österreich versuchten in Salzburg nach dem 1. Weltkrieg mit einigen nach dem Zusammenbruch der Monarchie recht fragwürdig gewordenen „urösterreichischen“ Idealen einen neuen Aufbruch zu wagen. Hugo von Hofmannsthal, Max Reinhardt und Richard Strauß sind nur die prominentesten Gestalten der frühen Salzburger Festspiel-Szene.
Um die Energien, Motive und Utopien jener Salzburger Gründerjahre nach dem Ersten Weltkrieg besser zu verstehen, hat das Stefan Zweig Centre in Salzburg einen österreichischen Kulturwissenschaftler aus Berlin, einen Professor für Zeitgeschichte in Wien und einen Salzburger Literaturwissenschaftler zu Vorträgen eingeladen-
Ein großes Podiumsgespräch über Hugo von Hofmannsthal, den bedeutenden österreichischen Schriftsteller und wichtigsten Vordenker der Salzburger Festspiele beschließt das Programm „Gründerjahre“.
2. - 6. August 2010, Stefan Zweig Centre Salzburg, Europasaal.
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Neues Plakat vor dem Haus in Petropolis
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Kulturbeilage für SZ
Brasilien, ein Land der Zukunft ist aktueller denn je. Die Kulturbeilage Mais+ von Sonntag, 18.10.2009, der grössten Zeitung Brasiliens Folha de S.Paulo, ist diesem Werk des österreichischen Schriftstellers gewidmet. Sehen Sie unter Stefan Zweig und Texte die Essays (auf Portugiesisch) unter anderem von den Geschichtswissenschaftlern José Murilo de Carvalho und Ronaldo Vainfas, dem Anthropologen Hermano Vianna und der Soziologin Maria Alice Rezende de Carvalho, unter anderen. |
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Videofilm
Ein neuer Videofilm über die Initiative CASA STEFAN ZWEIG kann online abgerufen werden. Rechts ganz oben in der grünen Spalte - und klicken! |
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Symposium in Fredonia
Spezialisten aus aller Welt trafen sich in einem Symposium über Zweig und seine überseeischen Beziehungen an der State University of New York in Fredonia. Die Historikerin Dr. Marlen Eckl hat einen Vortrag gehalten und einen Videofilm über CASA STEFAN ZWEIG vorgestellt. Marlen Eckl ist die Übersetzerin der Biografie Tod im Paradies von Alberto Dines ins Deutsche.
Der brasilianische Filmemacher Sylvio Back hat seinen Film Lost Zweig vorgeführt und die zweisprachige Ausgabe (portugiesisch-englisch) des Drehbuches des Filmes (von Imago 2008 in Rio de Janeiro herausgegeben) präsentiert.
Die Universität Fredonia besitzt das größte Bild-Archiv von Stefan Zweig in den USA, Das Archiv wurde 1981 zur Hundertjahrfeier des Geburtstages des Schriftstellers eröffnet.
Klicken Sie, um zwei Artikel zu lesen, die in der Regionalzeitung Observer erschienen sind.
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Exilliteratur: Sammlung Izabela Kestler
Unendlich traurig, aber mit grosser Dankbarkeit, informieren wir den Erhalt einer kostbaren Schenkung: der Bestand über Exilliteratur der im Juni tragisch verunglückten Germanistin Izabela Kestler. Unser Dank gilt besonders dem Witwer Milton Correa Lopes Junior, der Schwester Izana Sampaio und den Eltern. Ihre Geste wird es Exilforschern aus aller Welt ermöglichen, die reichhaltige Sammlung von Büchern, Broschüren, Manuskripten, Briefen und Audio-Kassetten mit Original-Interviews mit deutschsprachigen ExilantInnen in Brasilien einzusehen. Das Material wird bereits für den zukünftigen Bestand der CASA STEFAN ZWEIG in Petropolis katalogisiert. Das Team der Gedenkstätte des Exils, unter Leitung des Historikers Fabio Koifman, sucht nun Sponsoren, um die Interviews zu digitalisieren und den Bestand zu organisieren. Die Sammlung ist in unermüdlicher Arbeit während mehr als zwei Jahrzehnten entstanden und ist ein wichtiger Beitrag zur Exilforschung. Klicken Sie, um die vorläufige Liste der Buchtitel zu sehen, die bis jetzt katalogisiert wurden.
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Tag der deutschen Sprache in Petrópolis
Der Verein CASA STEFAN ZWEIG hat am 17.6. mit einem Vortrag von Alberto Dines über Zweig am Tag der Deutschen Sprache in Petrópolis teilgenommen. Die Veranstaltung wurde von der Katholischen Universität Petrópolis organisiert. Der österreischische Konsul in Rio, Peter Waas, war ebenfalls anwesend. Das Foto zeigt Alberto Dines mit dem Leiter des Kaiserlichen Museums, Maurício Vicente Ferreira Júnior.

fotos: Jörg Trettler |
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Konsul Steinberger in Peru verstorben

Alberto Dines und Konsul Steinberger. Foto: Jörg Trettler
Die Mitarbeiter und Freunde der CASA STEFAN ZWEIG sind bestürzt über den frühen Tod des österreichischen Konsuls Reinhold Steinberger. Wir sprechen hiermit der Familie, den Freunden und den Kollegen unser herzliches Beileid aus. Steinberger hat sich von Anfang an für den Umbau des letzten Wohnhauses Zweigs in Petropolis eingesetzt. Das Projekt CASA STEFAN ZWEIG wurde in seiner Residenz geboren, der gleiche Ort, an dem letzte Woche in Anwesenheit des österreichischen Botschafters dem Präsidenten der CSZ, Alberto Dines, das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst verliehen wurde. Steinberger verstarb 55jährig am 30. April in einem tragischen Autounfall in der peruanischen Stadt Ica. Er hinterlässt die brasilianische Ehefrau Jane und zwei Kinder. |
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Briefwechsel Zweig-Segall
Der Katalog der Ausstellung Navio de emigrantes enthält den Briefwechsel zwischen Stefan Zweig und Lasar Segall als Faksimile. Er kostet R$ 60 und ist im Museum Lasar Segall in São Paulo erhältlich.
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SZ Centre in Salzburg eröffnet
Das neue Stefan Zweig Centre wurde am 28. 11. in Salzburg - am Geburtstag des Schriftstellers - eröffnet. Die Nichte Lotte Zweigs, Frau Dr. Eva Alberman war zur Eröffnung aus London angereist.
Renato Bronfman, Vorstandsmitglied der CASA STEFAN ZWEIG, war auch bei der Eröffnungsfeier anwesend.
Klicken Sie auf http://oe1.orf.at/konsole/otoninfo?id=99315 um ein Interview des Leiters des neuen Centres, Prof. Dr. Klemens Renoldner, zu hören. Klicken Sie http://www.unitv.org/beitrag.asp?ID=182 für Videos und andere Beiträge über den Tag der Eröffnung. Weitere Informationen auf der Seite http://www.stefan-zweig-centre-salzburg.at/ |
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Ein Interview mit Zweig in Rio, 1936
Der Fouché, die Biografie der Marie Antoinette, aber auch die Gefahren des Faschismus und der Glaube an ein geeintes Europa: viele Themen in einem Interview mit Stefan Zweig in Rio, im August 1936.
EIN INTERVIEW MIT STEFAN ZWEIG
Im Jornal do Commercio
Jornal do Commercio, Rio, 26.08.1936, S. 4
Was der große Schriftsteller den anderen Reportern sagte und was uns blieb... – Wie und warum die Biografie Maria Antonietta geschrieben wurde - Fouché und der mittelmäßige und unfreiwillige Held – Die Poesie in der Komposition der Geschichte – Die Unterdrückung der menschlichen Persönlichkeit durch die Massen – Die Revolte des Erasmus und der Kult den Zweig ihm widmet – Das ideale Europa und die Pflicht des Dichters
Stefan Zweig empfing die Journalisten von Rio im Copacabana Palace. Er wollte eine Pressekonferenz geben, (seiner Meinung nach) die beste Form, die modernste und die intelligenteste, kein Interview zu geben. Der Drang zu fragen vervielfacht die Fragen, die verschiedensten, und der Befragte, befragt über Literatur, über Politik, über Landschaften, über Menschen und Sachen, antwortet mit halben Worten und unvollständigen Gedanken, oder lächelt nur und antwortet gar nicht…
Genau das geschah mit Stefan Zweig mit den professionellen Reportern von Rio de Janeiro, die beauftragt wurden, ihn zu sehen und zu hören. Der brillante Schriftsteller, der uns besucht, redete ziemlich viel, aber er sagte nur das, was ihm recht schien, und flüchtete nicht in die Banalität, Lobgesänge auf die Natur zu halten und Lobhymnen auf die Landschaft von Rio de Janeiro zu singen, und auf die Hügel, die andere schon gerühmt haben und auf die Wässer, die andere schon besungen haben.
Es ist wahr, dass der Glanz der Wörter von Stefan Zweig die Wunder unseres Landes in neuem Licht erstrahlen liess und uns die Augen öffnete für die Schönheiten, auf die wir stolz sind und unser Interesse für all jenes weckte, was uns nicht mehr als Neuigkeit erschien.
Wir hatten jedoch ein brennendes Verlangen danach, Stefan Zweig über Sachen zu hören, die mehr über ihn sagten als über uns. Und wir gingen zum Copacabana Palace, bewaffnet mit Fragen und Neugierden, die uns - beantwortet und befriedigt – für die professionelle Anstrengung entschädigen würde, dem Leser, der bestimmt an vertraulichen Mitteilungen und Äußerungen des Schriftstellers von Fouché genauso interessiert ist, wie wir anderen, gut zu dienen. Aber die Pressenkonferenz des großen Schriftstellers war für den Reporter eine Qual. Eine Qual, eine Beklemmung und eine permanente Enttäuschung.
Kaum hatten wir begonnen unsere Frage zu stellen, kam schon eine andere, lautere, aus der Gruppe derjenigen, die den Schriftsteller umringten, und unsere Frage blieb an der ersten Silbe hängen oder verlor sich im Geschreie derjenigen, die schon vor uns etwas wissen wollten. Oder es war Zweig selbst, der sprach, damit die anderen schwiegen.
Die Ungeduld des illustren und liebenswürdigen Schriftstellers, des Anführers der noblen Gesellschaft der Menschen der Schrift, verlangte danach, dass das Interview ein Ende nähme, da andere Treffen die ehrenhafte Anwesenheit des hohen Gastes erwarteten. Der hilfsbereite Vorstand des Brasilianischen Presseclubs (Associação Brasileira de Imprensa) Herbert Moses sorgte mit seinen Anordnungen dafür, dass diese ausreichend zu hören bekämen um etwas zu schreiben und fürchtete gleichzeitig Fragen, die durch ihre Indiskretion oder Entgleisung zu aufdringlich werden könnten.
Und wir wurden langsam nervös ob der Unmöglichkeit unsere professionellen Pflichten zu erfüllen. Und während wir schon an die zweite geplante Frage dachten, vergaßen wir, dass wir die erste noch nicht einmal formuliert hatten…
Und während die Zeit verging und wir uns auf dem Gehsteig der Avenida Atlantica wiederfanden, zum Auto flüchtend, das vor dem Tor des Copacabana startete, und Stefan Zweig an einen Ort brachte, den wir nicht kennen, kamen wir langsam zu Bewusstsein und wie durch ein Wunder präzisierten sich, klärten sich, vervollständigten sich die Fragen, die wir uns vorgestellt hatten und die Antworten, die wir bekamen, für dieses Interview, auf das wir jetzt mit den Lesern des Jornal do Commercio anstoßen können.
Also, das Erste, was wir von Stefan Zweig wissen wollten, war über Maria Antonietta und wir fragten:
-Was hat Sie dazu bewegt über Maria Antonietta zu schreiben?
-Ich hatte lange Zeit, sagte er, den Charakter von Maria Antonietta nicht klar verstanden. Ich hatte auf der einen Seite die lebhaft diskutierten Angaben der Anwälte der Revolution in Erinnerung und auf der anderen Seite die Vergötterungen der realistischen Literatur. Ich wollte diesen Charakter zu meinem persönlichen Vergnügen studieren und wurde auf diese Weise dazu gebracht, systematische Recherchen anzustellen, die mir ohne Ende neue Perspektiven eröffneten. Ich begann in den Archiven von Wien zu forschen und stellte mit einer erfreulichen Überraschung fest, dass ein wichtiger Teil der Korrespondenz von Maria Theresa unbekannt war. Die Republik zögerte natürlich nicht, die Veröffentlichung dieser Korrespondenz zu erlauben.
-Jene Korrespondenz ist wirklich zum Verlieben und die Ausgabe, die Georges Girard veröffentlicht hatte, liefert eine genaue Beschreibung der Biografierten.
-Meinen Sie nicht? Auf der anderen Seite war mir auch eine Leidenschaft, die ich seit langem pflege hilfreich, die Autografensammlung. Dadurch war ich von zahlreichen Briefen unterrichtet, die fälschlicherweise Maria Antonietta zugeschrieben worden waren. Briefe, die andere Biographen der Königin guten Glaubens in ihren Büchern verwendeten. Er erschien mir nun, dass eine Biographie Maria Antoniettas, basierend auf exakten Dokumenten keine überflüssige Sache wäre, sondern im Gegenteil, eine Notwenigkeit.
Die Arbeit verlor für mich ihren Reiz nicht, da ich als Österreicher natürlich die Geschichte meines Landes kenne und so die Möglichkeit sah, verschiedene Besonderheiten des wahrlich österreichischen Temperaments von Maria Antonietta zu beschreiben. Nichts ist in Wirklichkeit falscher als in dieser halb Lothringer halb österreichischen Frau eine Deutsche zu sehen, wie man es so oft machte. Auf der anderen Seite war mir auch die Geschichte Frankreichs nicht ganz unbekannt…
-Ja, alle wissen es wegen dem Fouché.
-Und es war für mich ein wahres Vergnügen, mich diesem so perspektivenreichen psychologischen Werk widmen zu können. Im Fouché liegt ein ungeheures Schicksal, umso schrecklicher, je weniger es sich um ein höheres Individuum handelt, sondern um einen mittelmäßigen Menschen. Niemals hat mich eine Biografie eines puren Helden so begeistert, wie die eines unfreiwilligen Helden, eines Menschen, der sich einem Schicksal ergab, dem er psychologischer weise nicht ganz gewachsen war.
In einer Figur wie der Maria Antoniettas sehe ich die menschlichste Form von Tragik und die Geschichte der Menschen zu schreiben war für mich immer in beträchtlicher Weise anziehender als mich den Göttern zu widmen.
-Zusammenfassend liegt ziemlich viel Vergnügen darin, die Dichtung mit der Geschichte zu vermischen.
-Perfekt. Übrigens, wenn ich Geschichte mache, schreibe ich zur selben Zeit Romane und Novellen. Nur, es passiert mir, was anderen auch passiert ist: die Geschichte weckt in mir ein lebhaftes Interesse und der Grund dafür liegt ohne Zweifel in den Tumulten unsere Zeit. Vor 1914 gehörte ich zu einer Menge von Schriftstellern, die in den Zeitungen systematischer weise nichts über Politik, Wirtschaft oder Sport lasen, bezüglich deren sie die größte Verachtung hatten. Wir wurden auf brutale Weise aus dem Schlaf gerissen und dazu genötigt, an allem Teil zu nehmen, was sich in unserem Umfeld ereignete. Wir müssen uns dazu überwinden, die Welt zu verstehen, in der wir leben, sowie wie die Gesetze, die gelten. Dafür gibt es kein, kann es kein besseres Mittel geben, als die Geschichte. Ich nehme an, dass ich nicht der einzige mit der Meinung bin, dass der Sinn der Geschichte und seiner Erzählungen niemals so klar erkennbar war wie in diesen Krisenjahren.
-Also, sind es nicht gerade jene, die die Lehren der Geschichte ignorieren, die uns unsere Zeit erklären wollen?
Ich glaube vor allem, dass wir heute die Geschichte besser verstehen als die meisten der Generationen, die uns vorgingen, weil wir im Verlauf dieser letzten 20 Jahren alle vorstellbaren kritischen Zustände als Zeugen erlebt haben. Wir haben Revolutionen und Konter-Revolutionen, den Krieg, den Hunger, Blockaden, Staatsstreiche, Staatsbankrotte, Geldentwertungen, Inflationen, Konventionen und Diktaturen gesehen. In 20 Jahren sahen wir und nahmen teil an allen Überraschungen und Katastrophen, die sich normalerweise auf ein ganzes Jahrhundert verteilen. Wir können nun besser vergleichen und besser verstehen, was schon passiert ist, als jede andere Generation vor uns.
Sicher, Analogien sind niemals perfekt; die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie erinnert uns an bestimmte Typen von Menschen, bestimmte Formen von Geschehnissen. Ich bin davon überzeugt, dass man selten so gute Geschichte gelesen hat, wie in unserer Epoche, dass selten die Geschichte und die Biografie so gute Erzähler fanden.
-Aber, glauben Sie, dass diese intensive Erfahrung in unserer Epoche irgendetwas Neues hervorgebracht hat?
-Sie schuf vor allem eine neue Dimension; niemals zuvor hat man in der Geschichte kollektive Ereignisse von so großem Ausmaß registriert. Der Krieg von 1914 war das erste Ereignis dieser Art, dass Hunderte von Millionen von Individuen…, die anderen Kriege vor diesem sind eingedrungen… eine so tiefgreifende Form der Existenz der Nationen: und warum hielt der Staat dann das Individuum mit brutalster Gewalt und …als einst, nie wieder… Dazu kommen die Interventionen …, die wie das Radio, in der selben Sekunde Millionen berührten …; oder die politischen Manifestationen, die wie in Moskau, in Berlin, in Rom in der selben Stunde eine Million von Personen zusammenbringen; oder die Entwertung des Geldes, das in Zentraleuropa oder in Amerika erlaubt, dass die Staaten in … Art zur gleichen Zeit in Millionen von Geldbörsen griffen. Das alles schuf eine Uniformität von … und von Eindrücken, die wir vorher nicht kannten… Genauso, müsste der ehrliche Beobachter auch die Psychologie der Massen studieren… sowie die des Individuums. Historisch gesehen, … dass sich nichts geändert hat, es wurde kein … geschaffen … eine enorme Ausbreitung und Ausdehnung… Fakten. Aber ein so plötzlicher Verlauf... brachte fatalerweise eine Krise mit sich.
Die ganze Unruhe, die uns in diesem Moment heimsucht, resultiert schließlich de facto aus … wir sind immer noch komplett angepasst… neuer Rhythmus, an die neuen Dimensionen der Ereignisse.
-Wir verstehen, was Sie denken; wie viele Menschen auch sind wir in diesem Punkt einverstanden – dass die größte Bedrohung für die Menschen im Moment … die Unterdrückung seiner Persönlichkeit … durch das Kollektiv ist. Glauben Sie, dass das Individuum … sich von diesem Druck der Massen befreien kann?
-Äusserlich, nein, um richtig verstanden zu werden … dass wir von der Vergangenheit abhängen, einer Lehre, einem Staat zugehören, wir seine … sind. Aber von einem inneren Standpunkt aus gesehen, ist die Unabhängigkeit… immer möglich, obwohl das die größten Anstrengungen... Ich haben vor kurzem die … von Erasmus studiert, Objekt eines meiner Arbeiten, und habe in ihm einen der seltenen Menschen gefunden, die sich ihre innere Unabhängigkeit in einer weltweiten Krisenzeit … zu behalten wussten.
Heute ist Europa zwischen Faschismus und Demokratie eingezwängt. Zur Zeit des Erasmus, … durch den Wind von Luther, zerstückelten der Protestantismus und der Katholizismus die Kirche, diesen letzten europäischen Staat. Es gab dann auch keine freie Wahl für das Individuum, es musste sich zu einem oder zum anderen bekennen. Aber Erasmus hasste die Übertreibung auf der einen Seite und auf der anderen Seite verabscheute er den Fanatismus, von welcher Seite auch immer er komme.
So nahm er die undankbarste Position ein, indem er sich zwischen die zwei Parteien stellte und versuchte die geteilte, zerstörte, zerfetzte Welt – zu mindest auf spirituelle Weise – wieder zu vereinen. Auch heute wäre ein Mensch wie Erasmus, fähig zu derselben Anstrengung, von höchster Notwendigkeit. Das Studium seines Lebens half mir sehr zu verstehen, dass die Zeit der Reformation in ihrer Brutalität und ihrer Größe unserer Zeit so ähnlich ist. So stellte es für mich eine Pflicht dar, ein Monument der Dankbarkeit zu schaffen, wie klein es auch sein mag, an diesen ersten Europäer, diesen begeisterter Anhänger des Friedens, diesen Vorläufer, der vor uns alle Gefahren erlebte, denen wir in der heutigen Welt ausgesetzt sind.
Und um abzuschließen, in Stefan Zweig den Europäer zu sehen, der seinen Glauben an Europa nicht verloren hat, … seinen Idealismus und er schloss ab:
-Wir, die wir an ein zukünftiges Europa glauben, und in dem wir schon durch ... lebten, haben die Verpflichtung uns an all jene zu erinnern, die schon sehr früh auf die Welt gekommen sind und vergebens für diese Idee gekämpft haben und für sie Verachtung und Hass auf sich gezogen. So wie die Nationen Statuen für ihre Gründer und ihre Helden errichteten, ist es notwendig, dass wir damit beginnen, Monumente zu schaffen, die später das Pantheon des Geistes schmücken werden. Erasmus ist mir um so viel lieber, als er ein Besiegter war. Es wurden jene bereits genügend gerühmt, die die Welt mit Dogmas oder mit Krieg geteilt haben… erinnern wir auch jene, die ihre Einheit wollten oder die zumindest an ein spirituelles Einverständnis aller Menschen geglaubt haben. Und wenn die eigene Geschichte nur den Sieger feiert, liegt es an uns, dass wir eine spirituelle und psychologische Gerechtigkeit walten lassen und auch an die Besiegten denken, weil sich der Erfolg durch sich selbst glorifiziert, während jene, die gescheitert sind, keinen anderen Verteidiger haben, als den Dichter.
Und dann schwieg Stefan Zweig mit dieser Beschwörung einer Gerechtigkeit der Großzügigkeit durch die Schönheit und die Reinheit der Poesie. Wir hörten seine bewunderungswürdigen Konzepte nicht mehr und … hier, in diesen Zeilen, das was wir von dem großen Biographen Dostojewski gehört zu haben dachten, wissen wir nicht wirklich, ob er uns das alles gesagt hat … oder ob in unserer Erinnerung nur … die Worte , die eines Tages André Rousseau hörte und in einer seiner interessanten Reportagen mit dem Schriftsteller von universeller Bedeutung wiedergab, der uns nun besucht…
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Neue Buchspenden
Seit Mai 2007 hat die CASA STEFAN ZWEIG bereits beträchtliche Schenkungen in Form von Büchern oder Dokumenten für den Bestand des zukünftigen Museus in Petrópolis erhalten. Von der österreichischen Botschaft in Brasília kam eine Schuenkung von zwei Büchern (deutsch und englisch) über Zwangsarbeit in Österreich zwischen 1938 und 1945. Vom Williams Verlag (Sonia Dobbins und Lindi Preuss) erhielten wir eine Jubiläumskassete mit 10 der wichtigsten Werke Zweigs (Mary Stuart, Marie Antoinette, Erasmus, Fouché, Ungeduld des Herzens, Die Welt von Gestern, Der Kampf mit dem Dämon, Drei Dichter, Drei Meister, Sternstunden der Menschheit).
Im Spetember kamen Werke von Zweig in französischer Übersetzung dazu - eine Schenkung von Tobias Cepelowicz. Im September, die 1. amerikanische Auflage des Romain Rolland (Thomas Seltzer, New York, 1921) von Tobias Cepelowicz, Rio de Janeiro. Kontaktieren Sie uns bitte, wenn Sie Bücher von oder über Stefan Zweig und seine Zeit spenden wollen. |
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Willkommen
Seien Sie heute willkommen in der Welt von Gestern. Im wunderbaren Land der Zukunft, das nie seine Gegenwart bewältigen konnte. In der Galerie der Baumeister der Welt, der besiegten Helden und der siegreichen Antihelden. In der Verwirrung der Gefühle, den Briefen von Unbekannten und Bekannten. In den Sternstunden der Menschheit und den elenden Momenten, aus denen wir so viel gelernt haben.
Willkommen im Pazifismus, obwohl wir wissen, dass die Welt im permanenten Kriegszustand lebt. Im Humanismus und in der Toleranz in einer immer intoleranter werdenden Welt.
Wir begrüssen Sie in der Casa Stefan Zweig. Lernen Sie den Menschen und den Schriftsteller Zweig kennen, sein Leben, sein Werk und seine vielen Freunde, die von heute und die von gestern, und teilen Sie gemeinsam mit uns seine Ideale und Hoffnungen.
Alberto Dines, erster Vorsitzender der Casa Stefan Zweig, Brasilien |
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