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20.050-971
Rio de Janeiro/RJ - Brasil

 
DAS HAUS

Bereits einige Tage nach dem Doppelselbstmord von Stefan und Lotte Zweig im Februar 1942 schlug der Journalist und Schriftsteller Raul Azevedo vor, aus der letzten Wohnstätte des österreichischen Autors ein Museum zu machen. Am ersten Todestag, im Februar 1943, ließen Zweigs Erben der brasilianischen Regierung eine Danksagung für die letzte Ehre an den Autor von Brasilien, ein Land der Zukunft zukommen und kündigten dem „Museum“ in Petropolis die Überlassung des Nachlasses aus Zweigs Wohnhaus in Bath, England an - Dokumente, Bücher, Briefe und persönliche Objekte.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs waren Zweigs Werke zwar noch immer in Brasilien Verkaufsschlager, aber nichts geschah in Bezug auf das geplante Museum. Das Haus wechselte mehrmals den Eigentümer und wurde Anfang der achtziger Jahre unter Denkmalschutz gestellt, was jedoch nichts verhindern konnte, dass verschiedene Änderungen im und am Haus, unter anderem an der Fassade, unternommen wurden. Europäische Touristen, hauptsächlich aus dem deutschen Sprachraum, pilgerten bis zum Stadtteil Duas Pontes (heute: Valparaíso), schauten sich die bronzene Gedenktafel unter dem Efeu an und liefen weiter bis zum Stadtfriedhof, um den Schriftsteller zu ehren, der schon ihre Eltern und Großeltern fasziniert hatte und dessen Werke bis heute in den Buchhandlungen ausfliegen.

Mehr als ein halbes Jahrhundert später soll nun endlich die Vision verwirklicht werden. Stefan Zweigs letztes Wohnhaus wurde von einer Privatinitiative gekauft und wird zur CASA STEFAN ZWEIG.

Der Verein CASA STEFAN ZWEIG (CSZ) wurde offiziell im Mai 2006 im österreichischen Konsulat in Rio de Janeiro unter Teilnahme des Konsuls Reinhold Steinberger gegründet. Mit der großzügigen Hilfe des damaligen deutschen Generalkonsuls Stephan Krier und der Unterstützung des Bürgermeisters von Petrópolis, Rubens Bomtempo, wurde im Oktober 2006 ein Abkommen zwischen der CSZ und der Stadtverwaltung unterzeichnet. Dank des großen Enthusiasmus´ des Bürgermeisters und einer Gruppe von Sponsoren aus Rio de Janeiro und São Paulo konnten die Vorbereitungen für die Renovierung des Hauses und die Umgestaltung in ein Museum beginnen. Bis zur Eröffnung des Museums sammelt der Verein CASA STEFAN ZWEIG Objekte, Dokumente und Bücher aus dem Privatbesitz von Familien und Verehrern des Autors für die Gedenkstätte.

Im Jahr 2006 wurden in Brasilien verschiedene Veranstaltungen anlässlich Stefan Zweigs 65. Todestags organisiert. Im August gab der Verlag LP&M aus Porto Alegre eine Neuübersetzung des berühmten Brasilien, ein Land der Zukunft heraus. Die Nationalbibliothek wird alle in Brasilien herausgegebenen Dokumente von und über Zweig in einer Sonderedition sammeln. Das Institut für Höhere Studien des ehemaligen Ministers João Paulo dos Reis Velloso organisierte ein Symposium mit Spezialisten aus aller Welt, um über diesen Vorläufer der Brasilienkunde zu diskutieren.
Das Museum CASA STEFAN ZWEIG und auch seine Veranstaltungen werden das kulturelle Angebot der Kaiserstadt Petrópolis bereichern und ein Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt sein.